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Die katholische Totenmesse ist der höchste liturgische Akt für einen Verstorbenen: Sie dient dazu, ihn Gottes barmherziger Liebe anzuempfehlen, um Vergebung seiner Sünden zu bitten und die Trauernden zu trösten. Katholiken können der Messe auch weitere Bedeutungen beimessen, wie etwa die Gnade für die Seelen im Fegefeuer, denn jede Messe hat unendlichen Wert. Die Messe kann bei den Gemeindemitgliedern eine spirituelle Wandlung bewirken: Sie kann ihnen eine neue Lebensperspektive eröffnen, sie Gott näherbringen und ihre Spiritualität vertiefen. Die Säkularisierung stellt die Bestattungsriten in Frage, daher sollten gläubige Katholiken ihren Familienangehörigen, auch testamentarisch, das Recht auf eine Messe zusichern.
Der Zelebrant segnet den bedeckten Sarg am Kircheneingang mit Weihrauch, um die Gemeindemitglieder daran zu erinnern, dass ihre Gebete zum Himmel gerichtet sind, damit die Seele des Verstorbenen zu Gott aufsteigen kann. Der Sarg wird nach vorn in den Altarraum getragen, wo er der Osterkerze zugewandt ist, die das Licht Christi symbolisiert, das die Dunkelheit des Todes vertreibt und ewiges Leben verheißt.
Schon bevor der Sarg in die Kirche gebracht wird, beginnen die Lieder. Sie thematisieren die Eucharistie, das ewige Leben und spenden den Trauernden Trost. Die Kirchengemeinden erlauben den Verstorbenen, die geistliche Musik und die Lesungen aus der Bibel auszuwählen.
Die Messe verzichtet auf eine Trauerrede, da die Trauernden Gott preisen – nicht den Verstorbenen – für sein Seelenheil beten und sich dem Erlöser anschließen, der sich dem himmlischen Vater darbringt. Die katholische Kirche erklärt, die Totenwache sei der Ort, um an das Leben des Verstorbenen zu erinnern, da eine Trauerrede nicht liturgisch sei. Diakone übernehmen oft den Dienst bei Totenwachen.
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